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Soteria - Haus 14

Entstehung des Soteria-Gedankens

Im psychiatrischen Kontext stammt der Begriff "Soteria" (altgriechisch: Wohl, Bewahrung, Rettung) aus der antipsychiatrischen Bewegung der Siebziger Jahre. In Kalifornien entstand unter der Leitung des Psychiaters L. Mosher eine wohngemeinschaftsähnliche Einrichtung als alternative Behandlungsform. Dort wurden schizophrene Menschen durch ihre Psychose begleitet. In Anlehnung daran gründete der Schweizer Psychiater L. Ciompi 1984 ein Soteria-Projekt in Bern, das bis heute besteht. Seit 1999 gibt es in Zwiefalten die erste Soteria in Deutschland, angeschlossen an das dortige psychiatrische Krankenhaus. Kernelemente der Soteria-Projekte sind:

  • Psychosebegleitung in Form aktiven Dabei-Seins
  • Milieutherapeutischer Ansatz
  • Zurückhaltender Umgang mit neuroleptischer Medikation

 

Arbeitsgemeinschaft Soteria München

In München entstand 1995 unter der Beteiligung von Betroffenen, Angehörigen und Professionellen eine Arbeitsgemeinschaft, die sich für eine Soteria-Station als Teil einer geplanten integrierten Kriseneinrichtung im Münchner Westen einsetzte. 1997 wurde dazu ein Konzept verabschiedet. Nachdem dieses Modell über Jahre nicht realisiert werden konnte, entstand alternativ die Überlegung, die Einrichtung auf dem Gelände des Klinikums München-Ost zu schaffen. Die Soteria in Haar eröffnete im Oktober 2003.

 

Was bieten wir an?

Unsere Soteria-Station befindet sich in einer Jugendstilvilla mit großem Garten auf dem Gelände des Klinikums München-Ost (Haus 14). Wir haben 12 Behandlungsplätze für Patientinnen und Patienten. Die Gesamtatmosphäre hat einen wohnlichen Charakter. Die Patientinnen und Patienten sollen sich angenommen fühlen und sich aktiv an der Alltagsgestaltung beteiligen.

 

Wie gestalten wir die Behandlung?

Unser Konzept ist geprägt durch folgende Elemente:

  • Psychosebegleitung in der akuten Phase (gegebenenfalls 1:1 Begleitung rund um die Uhr)
  • Zurückhaltender Umgang mit Medikamenten in Absprache mit dem Patienten
  • Milieutherapeutischer Behandlungsansatz mit Einbindung der Patienten in die Alltagstätigkeiten (beispielsweise Einkaufen und Kochen) sowie mit gemeinsamer Freizeitgestaltung
  • Psychotherapeutische Gruppenangebote einschließlich Kunst- und Musiktherapie
  • Frühzeitige Einbeziehung der Angehörigen und wichtigen Bezugspersonen
  • Kontinuierliche und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem ambulant-komplementären Bereich

 

Behandlungsziele

Wir erarbeiten gemeinsam mit der Patientin/dem Patienten persönliche Behandlungsziele, die in hohem Maße an ihren/seinen Vorstellungen orientiert sind, die aber auch klassische Risikofaktoren berücksichtigen. Für alle Behandlungsschritte und -ziele soll ein grundsätzliches inneres Einverständnis des Patienten erreicht werden. Folgende Behandlungsziele stehen im Vordergrund:

  • Begleitung und Bewältigung der psychotischen Krise / Erkrankung in einer vom Patienten möglichst selbstbestimmten Art und Weise
  • Bestärkung der Bereitschaft zur aktiven Auseinandersetzung mit den Psychoseerfahrungen und mit ihrer Bedeutung für den Lebenszusammenhang
  • Vorbereitung auf eine möglichst eigenverantwortliche Lebensführung mit befriedigender Gesamtsituation (Wohnen, Arbeit, soziale Kontakte, Freizeit)
  • Erschließung bestehender Ressourcen unter Einbeziehung der Angehörigen und des sozialen Umfelds
  • Sensibilisierung für individuelle Frühwarnzeichen, Erarbeitung von Vorsorgestrategien und schützenden Handlungsmustern
  • Planung und Einleitung einer regelmäßigen ambulanten psychiatrischen Behandlung
  • Vermittlung professioneller Hilfen wie ambulante Psychotherapie, sozialpsychiatrische Behandlung, Kontakt zu Selbsthilfeorganisationen

 

Wer kann bei uns behandelt werden?

Wir nehmen Menschen mit Psychosen aus dem schizophrenen Formenkreis im Alter zwischen 18 und 50 Jahren auf. Es werden ersterkrankte Menschen aufgenommen, sowie chronisch erkrankte Menschen, die an einer akuten Verschlechterung leiden. Günstig für eine Aufnahme ist eine Behandlungsbereitschaft der Patientin/des Patienten. Menschen mit einer Suchterkrankung, einer Persönlichkeitsstörung, sowie Menschen mit einer hirnorganischen oder schwerwiegenden somatischen Erkrankung können wir nicht aufnehmen. Bei Selbst- oder Fremdgefährdungstendenzen muss eine ausreichend sichere Bündnisfähigkeit herzustellen sein, damit der Schutz des/der Betroffenen und seiner/ihrer Umgebung im Rahmen der Soteria-Station gewährleistet werden kann.

 

Wie nehmen wir auf?

  • Nach telefonischer Voranmeldung findet ein Abklärungsgespräch statt. Abhängig von der Bettenkapazität erfolgt die stationäre Aufnahme direkt auf Haus 14
  • Tagsüber übernehmen wir auch Patientinnen und Patienten aus der zentralen Aufnahme des Bezirkskrankenhauses Haar.

 

Wer gehört zu unserem Team?

  • Pflegepersonal/Fachpflegepersonal
  • Psychologe
  • Assistenzärztin
  • Sozialpädagoge
  • Oberärztin
  • sowie Mitarbeit eines Kunsttherapeuten

Informationen zur Station

Kontakt

 

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